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11.05.2011 Spaß ist wichtiger als Erfolg -
Der ASV Schorndorf fühlt sich
in der Landesliga wohl und richtet den Fokus auf die
Jugendarbeit
Quelle: ZVW
Nach dem Rückzug aus
der 2. Bundesliga im vergangenen Jahr herrscht wieder größere
Zufriedenheit bei den Ringern des ASV Schorndorf. „Der Spaß soll
im Vordergrund stehen, früher war’s mehr der Erfolg“, sagt das
Vorstandsmitglied Heiko Hermann. Aufsteigen will der Club auch
in der kommenden Landesligarunde nicht. „Wir sind immer noch im
Aufbau.“
Viele Jahre lang
befand sich der ASV in einem Hamsterrad. Wenige
Vereinsmitarbeiter schufteten, um den Zweitligabetrieb am Laufen
zu halten. Überschaubar war aber der Zuspruch der Zuschauer. So
etwas frustriert. Hinzu kamen finanzielle Probleme. Hermann:
„Sponsorengelder sind zum Teil nicht gekommen, und gleichzeitig
sind die Kosten explodiert. Einzelne Ringer wollten mehr Geld.
Unsere Philosophie war eigentlich, eine Mannschaft aus deutschen
Ringern aus der Region zusammenzustellen. Das war finanziell
aber nicht machbar.“ Deshalb habe der Club die Reißleine gezogen
und die Mannschaft zurückgezogen.
So wurde das zweite
Team des ASV zum ersten. Das sei eine Befreiung gewesen, sagt
Mannschaftsführer Sascha Koppenhagen. „Der Fokus liegt jetzt
wieder auf den eigenen Jungs. In der letzten Saison waren die
Zuschauer wegen uns da. Gerade für die Jüngeren war das eine
schöne Sache.“ Drei Viertel der Mannschaftsringer stammen aus
der eigenen Jugend, hebt Hermann hervor.
Großer Zusammenhalt
in der Mannschaft
Die restlichen
Athleten seien schon seit vielen Jahren mit Schorndorf
verbunden. Anders als zu Zweitligazeiten erhalte niemand in der
Mannschaft Geld. „Die ringen aus Spaß an der Freude.“ Der
Zusammenhalt im Team sei sehr groß, fügt Sascha Koppenhagens
Vater Hans-Peter hinzu, er ist ebenfalls Vorstandsmitglied. Von
den Schorndorfer Fans habe sich kaum jemand beklagt, dass der
ASV nicht mehr zweitklassig ringt. „Es hat vereinzelte Stimmen
gegeben. Denen haben wir’s aber erklärt“, so Hermann.
Ein Problem hat der
Club aber nach wie vor: die unpersönliche und zu große
Sporthalle in der Grauhalde. „Wir können den Zuschauern kein
Event bieten. Die Lärmvorgaben der Stadt sind wegen der Anwohner
sehr eng.“ Jegliche Lärminstrumente wie Rasseln, Trommeln und
Tröten seien verboten, erläutert Hans-Peter Koppenhagen. Eine
andere Halle sei jedoch kaum zu bekommen.
Vor einiger Zeit
wollte der ASV, der verstärkt auf die Jugendarbeit setzen will,
beispielsweise unter der Woche ein Schorndorfer Schülerturnier
veranstalten. Doch es war keine Halle frei. Deshalb findet das
Turnier jetzt am Sonntag, 2. Juni, statt. „Aber da kommen
weniger Schüler, die haben am Wochenende was anderes vor. So was
ist ärgerlich“, sagt Hermann.
Überhaupt sei es sehr
schwierig, Nachwuchs fürs Ringen zu finden. Viele Jugendliche
beschäftigten sich heutzutage lieber mit Computer und Facebook.
Außerdem gebe es in Schorndorf ein breitgefächertes
Sportangebot. „Jeder Verein reißt sich um die Kinder.“ Die
Kooperation mit der Künkelin-Schule bringe dem ASV meist nur
kurzfristige Erfolge, sagt Hans-Peter Koppenhagen. „Es ist schon
frustrierend, wenn kein Kind bei uns bleibt.“ Das sei aber kein
Grund, die Nachwuchssuche aufzugeben. Der Club müsse sich eben
an jedem einzelnen Kind erfreuen, das dem Ringkampfsport
erhalten bleibt, argumentiert Sascha Koppenhagen.
Der Versuch, Athleten
mit Erfahrung zum Verein zu locken, werde dadurch erschwert,
dass der ASV kein Geld zahle, so Hermann. Aufstiegsambitionen
haben die Schorndorfer nicht. „Wir wollen es vermeiden, auf
Teufel komm raus aufzusteigen und in ein paar Jahren stehen wir
wieder mit demselben Problem da.“
Von
Kampfgemeinschaften mit anderen Clubs halten die
ASV-Verantwortlichen nichts. Denn der jeweils schwächere Verein
„geht unter“.
Gut finden die
Schorndorfer dagegen eine Überlegung des württembergischen
Verbandes. Es soll ermöglicht werden, Ringer an andere Clubs zu
verleihen, ohne dass die Athleten die Vereinsmitgliedschaft
wechseln müssen. In jedem Fall schauen die ASV-Verantwortlichen
positiv in die Zukunft. Heiko Hermann: „Es wird auch in fünf
Jahren noch Mannschaftsringen in Schorndorf geben.“
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